Balderschwang Projektgebiet

Lage

Das etwa 380 ha große Projektgebiet umfasst die steilen, nach Süden exponierten Hänge oberhalb des Gebirgsdorfes Balderschwang, das wie eine Perlenschnur im Tal der Bolgenach liegt. Der Grat der Nagelfuhkette mit Girenkopf, Heidenkopf und Sipplinger Kopf grenzt das Projektgebiet nach Norden ab, im Westen die Landesgrenze zu Vorarlberg und im Osten der Rauhbach.

Bergwald
Herbststimmung

Ansprechpartner

Anton Specht
+49 831 52613 2032
+49 170 2212219
anton.specht@aelf-ke.bayern.de

Geologie

Prägend für das Projektgebiet ist das Gestein des „Nagelfuh“, entstanden im erdgeschichtlichen Zeitalter des Tertiär in der sogenannten Unteren Süßwassermolasse. Auffällig an den ziemlich steilen Berghängen sind Felsbänder aus festem Gestein, unterbrochen von terrassenförmigen Verebnungen aus weichen Mergeltonen. Insbesondere im Auslauf der Hänge in Talnähe liegen große Felsblöcke, die Zeugnis geben von regelmäßigen Felsstürzen und Steinschlägen. Näher betrachtet ist das Gestein aus fest verbackenen Flusskieseln gebildet – daher auch die landläufige Bezeichnung „Herrgottsbeton“.

Waldzustand

Naturnahe Bergmischwälder aus Fichte und Buche mit etwas Tanne prägen das Waldbild, daneben auch Fichtenwälder, die meist erst in den letzten 60 Jahren entstanden sind. Ein Merkmal eint viele dieser Wälder: der notwendige Nachwuchs fehlt.

Dabei müssen die Wälder auf der gesamten Fläche wichtige Schutzfunktionen dauerhaft erfüllen, insbesondere vor Lawinen und Steinschlag. Letztlich sichern intakte Schutzwälder die Bewohnbarkeit von Balderschwang.

Gleichzeitig haben viele der alten Wälder eine besondere Bedeutung für den Naturschutz.

Jagdliche Situation

In Anbetracht der überragenden Schutzfunktion der Wälder setzt sich in der Jagdgenossenschaft zunehmend das Bewusstsein durch, dass nur angepasste Wildbestände eine Verjüngung der Wälder zulassen. Vor einigen Jahren wurde deshalb auch die Rotwildfütterung aufgelöst.

In der alle drei Jahre erstellten Revierweisen Aussage über den Zustand der Waldverjüngung wurde die Verbissbelastung regelmäßig als „zu hoch“ eingestuft, zuletzt allerdings mit einer Tendenz zur Verbesserung.

Schwerpunktziele im Projektgebiet

Oberstes Ziel ist die Sicherung der Schutzfunktion. Vorsichtige Hiebsnahmen bringen Licht auf den Waldboden, eine wichtige Voraussetzung, damit sich die nächste Waldgeneration entwickeln kann. Dabei kommt der Weißtanne eine besondere Bedeutung zu. Mit ihrer hohen Schattentoleranz kann sie sich bereits unter dem Schirm der alten Bäume entwickeln und sorgt so für eine nahtlose Verjüngung – und ist damit der Garant für eine dauerhafte Erfüllung der Schutzfunktionen. Wo sich die Weißtannen mangels Samenbäumen nicht natürlich verjüngen können, sind Pflanzungen notwendig.

Die Unzugänglichkeit der Wälder erfordert auf vielen Flächen der Einsatz der Seilbahntechnik für Hiebsmaßnahmen. In Einzelfällen muss durch die Anlage von Rückewegen die Erschließung verbessert werden.

Summe der Maßnahmen
im Projektgebiet

Anzahl umgesetzte Maßnahmen
6
2020
107
Maßnahmen gesamt
Investitionen
3.568
Euro / 2020
321.179
Euro gesamt
2020: 0,0 ha

waldbaulich bearbeitete Bergwaldfläche

Gesamt: 39,44 ha
2020: 0.0

Bäume wurden auf 0,0 ha gepflanzt

Gesamt: 3.800

Bäume auf 3,83 ha

2020: 0

Durchführungen von Runden Tischen und vielen weiteren öffentlichkeitswirksamen und partizipativen Veranstaltungen.

Gesamt: 10

Veranstaltungen

2020: 0,0

Kilometer Neubau und Instandsetzung von Forst- und Rückewegen

Gesamt: 2,67

Besonderheiten

Das Projektgebiet liegt im Naturpark Nagelfluhkette. Mit etwa 200.000 Gästeübernachtungen und einer großen Zahl an Tagesgästen ist das gesamte Balderschwanger Tal von einer intensiven touristischen Nutzung geprägt.

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